Dr. Sebastian Vogt

Experte bei

"Unser Angebot richtet sich an alle kreativen Köpfe der Uni."

Interview mit Dr. Sebastian Vogt, Geschäftsführer von TecUP

1. Erzähl uns etwas über dich: Wie war dein Weg in die Welt der Startups? Was ist deine Rolle im Programm?

Mein Weg in die Welt der Startups begann schon während meines Wirtschaftsstudiums an der JLU Gießen: Hier habe ich mit zwei Kommilitonen das Startup eOpinio gegründet. Von 2009 bis 2016 war ich als geschäftsführender Gesellschafter bei eOpinio tätig und durfte selbst universitäre Ausgründungserfahrungen über den gesamten Gründungsprozess hinweg (Geschäftsmodellentwicklung, EXIST-Stipendium, Unternehmensaufbau und -verkauf) sammeln. Diese Erfahrungen kann ich nun bei TecUP direkt weitergeben.

Seit 2016 bin ich wieder zurück in meiner Heimatstadt Paderborn und Geschäftsführer bei TecUP. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, eine Gründerkultur in Paderborn und OWL zu etablieren. Mein Ziel ist es, ein Gründerökosystem in OWL aktiv mit aufzubauen: Jede Gründerin und jeder Gründer aus der Region soll wissen, dass TecUP aktive Hilfestellungen in nahezu allen gründungsrelevanten Themenfeldern anbietet.

2. Was genau ist das TecUP?

Das Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn (TecUP) setzt sich bereits seit 2014 für die Sensibilisierung und Qualifizierung im Themenfeld Existenzgründung aus der Hochschule ein und versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Hier werden jungen kreativen Köpfen Wege in die Selbstständigkeit aufgezeigt - durch die Lehre an der Universität Paderborn, durch Events und Workshops sowie durch individuelles Coaching. Im Freiraum der garage33 setzt TecUP nicht nur auf eine gute Vernetzung und den Austausch von Gründern und gestandenen Unternehmern, sondern auch auf den Zugang zu Wagniskapital - so etwa über den Technologiefonds OWL oder auch das Business Angel Netzwerk OWL (BAN.OWL).

3. Wer kann sich für das Accelerator-Programm bewerben?

Für unser Accelerator-Programm können sich Studierende und Wissenschaftler aller Studienrichtungen bewerben. Unser Angebot richtet sich an alle kreativen Köpfe der Uni – egal, ob Mitarbeiter, Doktoranden oder Studenten. Jeder ist bei uns willkommen. Im Zuge des InnovationslaborOWL, einem Zusammenschluss aus den vier staatlichen Hochschulen aus OWL sprechen wir somit eine Zielgruppe von ca. 65.000 Studierenden und Wissenschaftlern an.

4. Was können Startups erwarten? Wie kann man sich die Zeit im Programm vorstellen?

Wir bieten jungen Startups weit mehr als nur kostenlose Bürofläche: Neben der räumlichen Grundausstattung profitieren die Startups von individuellen Coaching-Gesprächen, in denen elementares Wissen rund um Themen wie Businessplanerstellung, EXIST- oder Hochschulstartup NRW-Antrag und zahlreiche weitere Fakten vermittelt werden. Unsere TecUP-Gründercoaches haben selbst viel Erfahrung mit der Betreuung von Startups, haben in der Vergangenheit z.T. selbst schon gegründet und geben direktes Feedback zu den Gründungsideen. So agieren unsere Coaches nicht nur als reine Wissensvermittler, sondern sind den reiferen Teams vor allem auch wertvolle Sparringspartner.

5. Welche persönlichen Voraussetzungen sollten die Teilnehmer mitbringen, um das Bestmögliche aus dem Programm rauszuholen?

Voraussetzungen für ein Erstgespräch gibt es keine. Allerdings erwarten wir von unseren Startups, dass sie kontinuierlich an sich und ihrer Businessidee arbeiten, um einen Platz in der „garage33“ zu bekommen. Ihr Engagement können sie immer wieder durch die Teilnahme an Coaching-Gesprächen, Workshops oder auch Vorlesungen unter Beweis stellen.

6. Wonach sucht ihr die Teilnehmer aus?

Wir suchen nach Teilnehmern, die ihre Idee proaktiv vorantreiben und mit Originalität & Innovationsgrad überzeugen. Die Auswahl selbst ist immer auch eine Einzelfallentscheidung. Hier folgen wir keinen starren Kriterien. Jede Idee und jedes Team wird bei uns individuell begutachtet. Wichtig ist, dass es sich bei der Gründungsidee um eine wissens- bzw. technologiebasierte Gründungsidee handelt – eine echte „Startup Idee“ also.

7. Welche Tipps kannst du interessierten Gründern für die Bewerbung geben?

Sprecht uns einfach an - so können wir am besten prüfen, wie und mit welchem Programm wir euch bestmöglich unterstützen können. Entweder ihr schreibt direkt einen unserer Coaches an und vereinbart einen Termin, oder ihr schaut spontan mal in der garage33 vorbei. Wenn ihr mögt, könnt ihr euch gerne auch bei einem unserer zahlreichen Veranstaltungsformate, wie etwa dem Startup Weekend oder dem Call for Ideas anmelden, um so den Kontakt aufzubauen und direkt in die Paderborner Startup-Szene einzutauchen.

8. Welche Erfolgsgeschichte innerhalb des Programms hat dich besonders gefreut?

Das ist eine wirklich schwere Frage. Jeden Tag gibt es Dinge über die ich mich freuen kann! Am meisten natürlich, wenn ich sehe, dass unsere Unterstützung Früchte trägt. Neben vielen Beispielen, die ich hier wohl nennen könnte, hat mich sicherlich die Startup-Geschichte der syqlo GmbH besonders gefreut. In einem unserer Disrupt Workshops, in welchen wir gezielt etablierte Unternehmen mit gründungswilligen Studierenden und Wissenschaftlern zusammenführen, um gemeinsam neue und disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln, haben sich die Gründer gefunden. Zusammen mit den „alten“ Branchenhasen haben sie ein digitales Geschäftsmodell entwickelt, mit dem sie gerade ein ganzes Geschäftsfeld auf den Kopf stellen. Eine tolle Erfolgsgeschichte! Solche Erfolge freuen mich ganz besonders, denn ohne unser Programm würde es syqlo wohl nicht geben. Dies zeigt mir, dass wir mit unseren Bemühungen auf einem sehr guten Weg sind.

Vielen Dank für das Interview!