Sascha Poggemann

Experte bei

"Startups können mithilfe von Cognigy.AI das eigene disruptive Geschäftsmodell aufbauen."

Interview mit Sascha Poggemann, Cognigy Co-Founder und Initiator des gemeinsamen Accelerator-Programms mit Magmatic Ventures

1. Erzähl uns etwas über dich: Wie war dein Weg in die Welt der Startups?

Vor meiner Zeit in Düsseldorf war ich bei einem erfolgreichen, jungen Technologieunternehmen in Münster verantwortlich für die Hardware- und Software-Entwicklung und den Betrieb einer Hardware-Fertigungslinie im Bereich Smart Home.

In der Zeit ist immer stärker der Traum gewachsen, das eigene Technologie-Startup aufzubauen. Ich habe begonnen, an Konzepten und Ideen zu arbeiten, habe den alten Job hinter mir gelassen und bin nach Düsseldorf umgezogen. Natürlich hatte ich gerade am Anfang auch Zweifel, war aber zum viel größeren Anteil inspiriert durch die Arbeit an der Idee und dem Netzwerk, welches ich mir in Düsseldorf durch StartupDorf, Gründerstammtisch oder auch dem Startplatz aufgebaut hatte.

Als ich im April 2016 zum ersten Mal Philipp Heltewig traf, meinen heutigen Partner und ebenfalls Gründer von Cognigy, war schnell klar, dass eine Zusammenarbeit bezüglich unserer jetzt gemeinsamen Idee erfolgreich sein würde. Wir hatten die Idee, einen sprechenden Teddybären zu entwickeln, der einen natürlichen Dialog mit Menschen führen sollte. Als es darum ging, dem Bären das Sprechen beizubringen, haben wir schnell gemerkt, dass es dafür keine geeignete Softwarelösung gab, mit der man diese Konversationen erstellen konnte. Das war die Geburtsstunde von Cognigy.

2. Was ist Cognigy.AI?

Cognigy.AI ist eine Enterprise Plattform für dialogfähige, künstliche Intelligenz. Sie ermöglicht Unternehmen, Chatbots oder Sprachassistenten denkbar einfach in der Kundenkommunikation zum Einsatz bringen. Solche virtuellen Assistenten sind omnichannelfähig und können in Kanälen wie dem Facebook Messenger, Slack, WhatsApp, der Chatbox auf der eigenen Website, Amazon Alexa oder Goolge Home automatisierte Konversationen mit Nutzern führen. Unternehmen setzen unsere Plattform ein, um Ergebnisse und Prozesse im Kundenservice, Digital Marketing oder auch im E-Commerce zu verbessern, z.B. durch signifikante Reduzierung von Supporttickets im Kundenservice, durch Leadgenerierung in digitalen Kanälen, durch Conversion-Optimierung im Online-Shop, durch Transformation von Customer Journeys oder mit der Verbesserung von Kundenerlebnissen.

3. 2016 war Cognigy selbst noch ein Startup, in der Zwischenzeit habt ihr zahlreiche Preise abgeräumt. Zu Beginn habt ihr am Startplatz-Accelerator-Programm teilgenommen. Prägt diese Erfahrung nun auch euren eigenen Accelerator?

Na klar, auf jeden Fall! Uns hat es damals sehr geholfen, auf ein Netzwerk zurückgreifen zu können, das uns auf unserem Weg der Gründung und bei der Verwirklichung unserer Geschäftsidee unterstützt und begleitet. Dafür sind wir sehr dankbar.

Diese persönliche Erfahrung war eines der Motive für den Entschluss, anderen Visionären und jungen Gründern einen Accelerator mit an die Hand zu geben, der Wachstum beschleunigt und ein Startup voranbringt.

Somit haben wir mit Magmatic Ventures das Cognigy-Magmatic-Accelerator-Programm ins Leben gerufen, das den Fokus auf die Entwicklung und Umsetzung von revolutionären Geschäftsmodellen auf Basis von Conversational AI richtet.

4. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit der Venture Capial Firma Magmatic Ventures und dem Entschluss, ein gemeinsames Accelerator-Programm zu initiieren?

Wir kommen regelmäßig in Kontakt mit anderen Startups, die spannende Anwendungsfälle für Chatbots & Co. im Kopf haben und uns mit ihren Ideen inspirieren. So haben wir einen Bedarf ausgemacht und uns gemeinsam beschlossen, aktiv zu werden.

5. Welche Voraussetzungen müssen die Bewerber erfüllen?

Das Startup muss auf jeden Fall ein tragfähiges, auf Conversational AI bezogenes, skalierbares, digitales Geschäftsmodell und ggf. eine eigene Produktentwicklung verfolgen. Die Implementierung von Cognigy.AI in das Produkt des Startups ist Voraussetzung.

Teilnehmen können sowohl erfahrene Startups als auch Startups in der frühen Gründungsphase. Startups in der Gründungsphase sollten idealerweise konkrete Konzepte oder einen ersten Prototypen vorweisen können, Umsätze müssen aber noch nicht zwingend vorhanden sein. Erfahrene Startups sollten sich bewerben, wenn sie Conversational AI als wichtige Zusatzkomponente zum bestehenden Geschäft einsetzen wollen.

In jedem Fall darf das Startup nicht älter als drei Jahre sein, muss seinen Sitz in Deutschland haben und über ein starkes Gründerteam verfügen, ggf. mit Tech- Background. Des Weiteren sollte eine ausreichende Eigenfinanzierung der eigenen Aufwendungen während des Programms nachgewiesen werden können.

Der Auswahlprozess von Magmatic Ventures und Cognigy beinhaltet die Präsentation eines tragfähigen Konzeptes für ein hochskalierbares Geschäftsmodell.

6. Was können Startups erwarten? Wie kann man sich die Zeit im Programm vorstellen?

Startups können mithilfe von Cognigy.AI das eigene disruptive Geschäftsmodell aufbauen – und sich dabei weniger auf die Technologie-Entwicklung sondern viel mehr auf die Realisierung des Anwendungsfalls konzentrieren, da Cognigy AI bereits die ideale Plattform bereitstellt, um Dialoge auf verschiedenen Kanälen zur Interaktion bereit zu stellen.

Teilnehmer des Programms kommen in den Genuss, Cognigy.AI inkl. Setup und Training zum ermäßigten Preis von etwa 50.000 Euro ein Jahr lang nutzen zu können. Die Finanzierung der Cognigy.AI Investition übernimmt Magmatic Ventures.

Startups können in dieser Zeit ihr eigenes Produkt mit Cognigy.AI realisieren, erste Testkunden gewinnen, Umsätze und die Validität des Businessmodells zeigen und mit Rückenwind neue Investitionen einsammeln. Bei der Umsetzung des Geschäftsmodelles hilft Cognigy bei Fragen rund um die Umsetzung mit Cognigy.AI. Magmatic Ventures unterstützt mit Netzwerk, Konzeptanalyse, ist Sparringspartner und hilft bei der Folgefinanzierung.

7. Welchen Eindruck hast du von der Startup-Szene in Düsseldorf und im Rheinland? Was würdest du dir noch wünschen?

Düsseldorfs Startup-Szene und die Rhein-Ruhr-Region ist klasse und bietet eine außergewöhnliche Infrastruktur mit Traditionsunternehmen, Konzernen, Entscheidern und kreativen Leuten. Kürzlich startete auch das neue Gründerstipendium in NRW. Es unterstützt junge Gründer in ihrer Gründungsphase.

Ich glaube, dass noch stärker daran gearbeitet werden muss, dass nicht nur Ideen in Unternehmen generiert werden, sondern, dass Unternehmen auch in die Umsetzung starten.

Vielen Dank für das Interview!