Melusine Reimers

"Das Social Impact Lab hat uns darin unterstützt, unseren Ansatz sowohl social als auch monetär tragfähig zu gestalten."

Interview mit Melusine Reimers, Teilnehmerin des ersten Batches im Social Impact Lab Bonn

1. Mit welchem Startup hast du am Förderprogramm des Social Impact Lab Bonn teilgenommen?

Mit dem Startup READYMADE UG (haftungsbeschränkt): Dem ersten Sharing-Modell für Wohnmöbel in Deutschland. Wir haben hochwertige Möbel über eine Online-Plattform zur Vermietung angeboten, Lieferung und Abholung wurde ebenfalls durch uns gewährleistet. Wenn die Möbel zurückgekommen sind, wurden sie nicht nur gereinigt, sondern je nach Abnutzung überarbeitet und im Zweifel auch gehackt. Die Grundsubstanz des Möbels wurde durch unser Kreislaufsystem erhalten und weniger Möbel weggeworfen.

2. Welche Herausforderungen haben Social-Startups und wie hat euch das Social Impact Lab bei diesen geholfen?

Social-Startups bzw. hauptsächlich deren Gründer*innen werden für gewöhnlich weniger ernst genommen. Man wird entweder als Weltverbesserer belächelt oder das Geschäftsmodell wird dahingehend kritisiert, dass es wegen dem „social“-Aspekt nicht funktionieren kann und wird. Das heißt, als Gründer*in eines Social Startups muss man sich entweder ständig rechtfertigen oder man fügt sich und baut das Geschäftsmodell entlang herkömmlicher KPIs um. Das Social Impact Lab hat uns gerade in diesem Konflikt stabilisiert und uns darin unterstützt, unseren Ansatz sowohl social als auch monetär tragfähig zu gestalten – es gibt nämlich noch ein paar andere KPIs, an denen man den Erfolg eines Geschäftsmodells messen sollte abseits vom Umsatzwachstum.

3. Wie empfandst du den Bewerbungs- und Auswahlprozess des Programms?

Der Bewerbungsprozess ist transparent und gut zu meistern, außerdem angenehm lean. Durch den Vorpitch, bekommt man sogar noch hilfreiches Feedback, das man dann direkt umsetzen kann.

4. Welche Erwartungen hattest du an das Programm und wurden diese erfüllt?

Wir hatten ganz stark das Bedürfnis (wieder) zurück in die Social Startup Szene zu finden und mit Menschen zusammen zu arbeiten, die ähnliche Vorstellungen von Wirtschaft und Veränderung haben wie wir. Das wurde absolut erfüllt, weil Social Impact einfach eine Institution in der deutschen SocEnt-Szene ist und man immer wieder spannende Menschen und Vorbilder kennen lernt.

5. Für wen eignet sich das Programm deiner Meinung nach?

Für Teams, die das erste Mal „raus aus der Garage“ wollen und dabei sind, ihre Idee zu validieren. Oder für Teams wie uns, die schon mal den klassischen Startup-Style erlebt haben und sich darin eigentlich nicht wiederfinden.

Vielen Dank für das Interview!